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Schleifkorn-Arten bei Schleifsteinen erklärt: Der Unterschied zwischen WA, GC, C, A, Diamant und CBN

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Mena

Hallo, hier ist Mena (@menachite), der Hybrid-Ingenieur. Dieses Mal geht es um einen oft übersehenen Aspekt der Schleifstein-„Typen“: den Unterschied im Schleifkorn (dem Material des Schleifmittels selbst). Wie man die Körnung (die Grobheit) wählt, habe ich bereits in einem früheren Artikel erklärt — dieses Mal beantworte ich die materialseitige Frage: „Was ist eigentlich der Unterschied zwischen WA und GC?“

Kurz gesagt: Wie gut ein Schleifstein für ein bestimmtes Material geeignet ist, hängt nicht nur von der Körnung (Grobheit) ab, sondern auch vom Schleifkorn (Material). WA eignet sich für Edelstahl und gehärteten Stahl, GC für Hartmetall und Glas, C für Gusseisen und Nichteisenmetalle, A für allgemeinen Stahl, und für das schnelle maschinelle Schleifen von Eisen sollte man eher CBN statt Diamant verwenden — das ist die grobe Faustregel.

Wer nur wissen will, was er kaufen soll, findet in der Übersichtstabelle unten alles Nötige. Die Grundlagen zur Körnung (die „#“-Zahl) behandeln wir ausführlich in unserem Begleitartikel zur Wahl von Öl- und Wassersteinen — ein Blick dorthin lohnt sich ebenfalls.

目次

Fazit: Übersichtstabelle für die Wahl des Schleifkorns nach Einsatzzweck

Hier zuerst das Fazit. Für harte, aber hitzeempfindliche Materialien (gehärteter Stahl, Edelstahl) eignet sich WA, für harte, aber spröde Materialien wie Hartmetall oder Glas GC, für Gusseisen und Nichteisenmetalle C, für das Grundschleifen von allgemeinem Stahl A, für das Handschärfen zu Hause Diamant, und für das schnelle maschinelle Schleifen von Eisenwerkstoffen CBN. Damit liegt man selten falsch.

SchleifkornVollständiger NameHärte/ZähigkeitGeeignet für
WAWeißer ElektrokorundHart, splittert leichtGehärteter Stahl, Edelstahl, Werkzeugstahl
GCGrünes SiliziumkarbidHärtestes konventionelles Korn, sprödeHartmetall, Glas, Keramik
CSchwarzes SiliziumkarbidEtwas weicher & spröder als GCGusseisen, Nichteisenmetalle, Glas, Gestein
ABraunkorundEtwas weicher als WA, zäherAllgemeiner Stahl, Weichstahl (Material mit hoher Zugfestigkeit)
DiamantSuperabrasivHärtestes Material (natürlich)Hartmetall, Keramik, Glas, Gestein
CBNSuperabrasiv (synthetisch)Zweithärtestes nach Diamant, reagiert kaum mit EisenGehärteter Stahl, HSS-Stahl (harte Eisenwerkstoffe)

Was bedeutet „Typ“ bei einem Schleifstein wirklich? Zwei Achsen: Körnung und Schleifkorn

Beim „Typ“ eines Schleifsteins gibt es tatsächlich zwei unabhängige Achsen. Die eine ist die „Körnung“ — die Grobheit des Schliffs, ausgedrückt als „#“-Zahl. Die andere ist das „Schleifkorn“ — das Material des Schleifmittels, das in den Stein eingebunden ist. Die Körnung lässt sich auf einer einzigen Achse abbilden (kleinere Zahl = gröber, größere Zahl = feiner), aber das Schleifkorn unterscheidet sich je nach Material in Härte, Zähigkeit und Hitzebeständigkeit — sodass sich bei gleicher Körnung die geeigneten Materialien völlig unterscheiden können.

Ein Schleifstein besteht aus Schleifkorn, das mit einem Bindemittel (vitrifiziert = keramisch, resinoid = kunstharzgebunden usw.) zusammengehalten wird. Was die Schleif- und Polierleistung hauptsächlich bestimmt, ist das Material dieses Schleifkorns, das sich grob in zwei Gruppen einteilen lässt.

Konventionelle Schleifmittel = vier Arten: WA (weißer Elektrokorund), A (Braunkorund), C (schwarzes Siliziumkarbid), GC (grünes Siliziumkarbid). Das sind künstlich hergestellte, relativ günstige Schleifkörner, die ein breites Spektrum von gewöhnlichem Stahl bis zu Gusseisen und Nichteisenmetallen abdecken.

Superabrasive = zwei Arten: Diamant und CBN (kubisches Bornitrid). Diese sind für harte Materialien gedacht, an denen konventionelle Schleifmittel scheitern, und sie sind teurer als konventionelle Schleifmittel.

Verhältnis zur Körnung: Die Logik der Grobheit bleibt materialunabhängig gleich

Die Grundlogik der Körnung (die „#“-Zahl) — je kleiner die Zahl, desto gröber und aggressiver der Schliff — gilt unabhängig davon, ob das Schleifkorn WA oder GC ist. Die dreistufige Einteilung in Grob-, Mittel- und Feinschleifstein sowie welchen man als ersten Stein wählen sollte, behandeln wir ausführlich in unserem Begleitartikel zur Wahl von Öl- und Wassersteinen, daher verzichten wir hier auf eine Wiederholung.

Wichtig ist hier: „Bei gleicher Körnung verändert sich das Schleifverhalten je nach Material des Schleifkorns.“ Bei derselben Körnung #120 zum Beispiel ist A (Braunkorund) zäh und langlebig, während C (schwarzes Siliziumkarbid) spröde ist und schnell schleift, dafür aber auch schneller verschleißt. Wer nur auf die Zahl schaut, übersieht diesen Materialunterschied leicht.

Konventionelle Schleifmittel wählen: Der Unterschied zwischen WA, GC, C und A

Von den vier konventionellen Schleifmitteln gehören WA und A zur Korund-Familie (Aluminiumoxid), C und GC zur Siliziumkarbid-Familie. Auch innerhalb derselben Gruppe ändern sich Farbe und Eigenschaften je nach Reinheit — schauen wir uns das im Detail an.

WA (Weißer Elektrokorund)

WA ist ein synthetisches Schleifkorn, das durch Schmelzen hochreinen Aluminiumoxids bei hoher Temperatur und anschließendes Zerkleinern hergestellt wird. Da es wenige Verunreinigungen enthält, splittert das Korn selbst angemessen leicht ab (man spricht von hoher „Selbstschärfung“), sodass ständig neue Schneidkanten entstehen — das ergibt scharfen Schnitt bei geringer Wärmeentwicklung. Verglichen mit A ist die Zähigkeit jedoch etwas geringer.

Industriell wird es beim Feinschleifen von Präzisionsteilen eingesetzt, die durch Schleifhitze leicht verbrennen, sowie beim Schleifen von „hart, aber hitzeempfindlichen“ Materialien wie gehärtetem Stahl, Edelstahl und Werkzeugstahl.

Im Heimgebrauch ist es als Ersatzscheibe für den Doppelschleifer leicht erhältlich, wenn man ausgeschlagene Klingen elektrisch nachschärfen will — eine Option, wenn man eine harte Klinge wie ein Edelstahlmesser grob nachschleifen möchte.

PFERD-ähnliche Schleifscheibe für Doppelschleifer — Edelkorund (WA-Äquivalent), 80er Körnung, für gehärteten Stahl & Edelstahl

Schleifscheibe für Doppelschleifer, Edelkorund (WA-Äquivalent), fein
Mena

Diese Scheibe ist ein anschauliches, breit verfügbares Beispiel für eine Schleifscheibe aus weißem/Edelkorund-Schleifmittel für gehärteten Stahl und Edelstahl — ein guter Stellvertreter für die WA-Rolle (weißer Elektrokorund) in diesem Vergleich.

Diese Schleifscheibe für Doppelschleifer verwendet Edelkorund-Schleifmittel mit 80er Körnung (die WA-äquivalente Rolle, #80), passend für einen gewöhnlichen Doppelschleifer. Edelkorund-Scheiben dieser Klasse sind für „hart, aber hitzeempfindliche“ Materialien wie gehärteten Stahl und Edelstahl gedacht — genau das charakteristische Profil von WA (splittert leicht ab, entwickelt wenig Wärme).

Sie wird auf einen Doppelschleifer montiert und eignet sich zum Ausbessern ausgeschlagener Klingen an Stemmeisen und Hobelmessern oder zum Entgraten von Edelstahlteilen. Vor der Montage unbedingt prüfen, ob die zulässige Drehzahl des Geräts mit der maximalen Umfangsgeschwindigkeit der Scheibe übereinstimmt.


GC (Grünes Siliziumkarbid)

GC ist eine hochreine, grün gefärbte Variante innerhalb der Siliziumkarbid-Familie (SiC). Es zählt zu den härtesten konventionellen Schleifmitteln, hat dafür aber eine geringere Zähigkeit und splittert leichter ab — was es gut für das Schleifen harter, spröder Materialien geeignet macht.

Industriell wird es zum Schleifen und Polieren von Hartmetall (Wolframkarbid-Werkzeugmaterial), Glas, Keramik, Gestein und Nichteisenmetallen wie Aluminium eingesetzt. Das Nachschärfen hartmetallbestückter Klingen und Bohrer ist eine klassische Aufgabe für GC.

Im Heimgebrauch muss man selten Hartmetallwerkzeuge schleifen, aber es lohnt sich für hartmetallbestückte Schneidwerkzeuge, Glasbearbeitung oder Töpferwerkzeuge — Materialien, an denen konventionelle WA/A-Schleifmittel scheitern.

Schleifscheibe für Doppelschleifer — Grünes Siliziumkarbid (GC-Äquivalent), 120er Körnung, 200mm

Mena

Bei Scheiben aus grünem Siliziumkarbid (GC) wie dieser ist die Kornart direkt auf der Verpackung angegeben — beruhigend, wenn man das Schleifmittel vor dem Kauf prüfen möchte.

Diese Schleifscheibe ist eine vitrifizierte (keramisch gebundene) Scheibe mit 120er Körnung aus grünem Siliziumkarbid (GC). GC gehört zu den härtesten konventionellen Schleifmitteln und ist gut geeignet zum Schleifen harter, spröder Materialien wie Hartmetall, Glas und Keramik.

Sie wird als flache Scheibe auf einen Doppelschleifer montiert; die vitrifizierte Bindung ist widerstandsfähig gegen Feuchtigkeit, sodass die Scheibe bis zum letzten Rest des Schleifmittels genutzt werden kann. Im Heimgebrauch muss man selten Hartmetallwerkzeuge schleifen, aber sie ist eine Option, wenn man hartmetallbestückte Schneidwerkzeuge oder Bohrer nachschärfen möchte.


C (Schwarzes Siliziumkarbid)

C gehört zur gleichen Siliziumkarbid-Familie wie GC, hat aber eine etwas geringere Reinheit und eine schwarz-graue Farbe. Es ist etwas weniger hart als GC, aber günstiger, und seine Sprödigkeit verschafft ihm in manchen Situationen einen Geschwindigkeitsvorteil beim Schleifen.

Industriell wird es zum Entgraten von Gusseisen sowie zum Schleifen von Nichteisenmetallen wie Messing und Aluminium und von Materialien mit geringer Zugfestigkeit wie Glas, Gestein, Gummi und Leder eingesetzt.

Überraschenderweise ist sein Haupteinsatzgebiet im Heimgebrauch der „Grobschleifstein“ für das grobe Nachschleifen. Da beim groben Nachschleifen ausgeschlagener Klingen die Schleifgeschwindigkeit im Vordergrund steht, wirkt sich die Sprödigkeit von C hier sogar vorteilhaft aus. Auch der im Begleitartikel „Öl- und Wassersteine wählen“ vorgestellte Abziehstein (Kai 093AP2475) wird der Farbe nach als Siliziumkarbid (C) vermutet (eine offizielle Herstellerangabe zum Material liegt nicht vor) — was gut zu dem Muster passt, dass C für „schnell schleifen wollen“-Aufgaben wie Grobschliff und Abziehen geeignet ist.

Norton Crystolon Grobschleifstein — Siliziumkarbid, extragroß

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Das ist ein Grobschleifstein aus Siliziumkarbid (C-Familie). Für Grobschleifsteine, bei denen aggressive Schleifgeschwindigkeit im Vordergrund steht, wird eher das sprödere C (schwarzes Siliziumkarbid) als GC verwendet.

Der Crystolon-Grobschleifstein von Norton besteht aus Siliziumkarbid (C = schwarzes Siliziumkarbid) und ist für das „grobe Neuformen“ einer stark ausgeschlagenen Messerklinge gedacht — eine Aufgabe, wie sie in gewerblichen Küchen häufig vorkommt. Er ist weniger rein als GC (grün), was die Kosten senkt, und seine Sprödigkeit bringt einen Geschwindigkeitsvorteil, der gut zum Grobschleifen passt.

Seine große Größe bietet mehr Stabilität beim Schärfen als ein kleiner Grobschleifstein für den Heimgebrauch. Im Alltag greift man selten dazu, aber bei der Reparatur ausgeschlagener Klingen oder einer größeren Umformung des Messers leistet er gute Dienste. Nach Gebrauch Feuchtigkeit abwischen und an einem gut belüfteten Ort lagern, um Schimmel zu vermeiden.


A (Braunkorund)

A gehört zur gleichen Korund-Familie (Aluminiumoxid) wie WA, enthält aber Verunreinigungen wie Titanoxid, wodurch es braun gefärbt ist. Es ist weniger hart als WA, dafür aber zäher (splittert weniger leicht ab).

Industriell wird es zum Grundschleifen und Entgraten von „zugfesten“ Materialien wie allgemeinem Stahl und Weichstahl eingesetzt. Der im Begleitartikel vorgestellte Kombi-Ölstein (grob + fein) von Yamato gehört ebenfalls zur A-Gruppe.

Im Heimgebrauch ist es ein gut handhabbares Material für die DIY-Reparatur ausgeschlagener Klingen an Stahlwerkzeugen oder als Ölstein zum Entgraten von Metallteilen.

Norton India Ölstein — Edelkorund (A-Äquivalent), feine Körnung

Norton India Ölstein, Edelkorund (A-Äquivalent), fein
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Hinweis: Bei dieser India-Ölstein-Reihe ist „fein“ die feinste regulär verfügbare Stufe, nicht extra-fein — hier also als nächstliegendes Äquivalent zum extra-feinen A-Stein des japanischen Originals verwendet. Die Zähigkeit von A (Braunkorund) ist für das industrielle Grundschleifen unabhängig von der genauen Körnung anerkannt.

Der India-Ölstein von Norton verwendet A = Braunkorund-Schleifmittel in einem rechteckigen Ölstein-Format. Im Vergleich zu WA ist es weniger rein, aber zäher (splittert weniger leicht ab), was es gut geeignet macht für das Grundschleifen und Entgraten „zugfester“ Materialien wie Eisen und Stahl.

Es gehört zur gleichen Schleifmittelfamilie wie der Kombi-Ölstein (grob+fein) aus unserem Begleitartikel „4 Öl- und Wassersteine“, ist hier aber ein Einzelkorn-Stein statt einer Kombination. Er eignet sich für Feinentgratungsarbeiten im industriellen Umfeld oder für DIY-Reparaturen ausgeschlagener Klingen an Stahlwerkzeugen. Nach Gebrauch das Öl mit einem trockenen Tuch abwischen — auf keinen Fall mit Wasser abspülen.


Superabrasive wählen: Der Unterschied zwischen Diamant und CBN

Für Materialien, die zu hart für die vier konventionellen Schleifmittel sind, gibt es zwei „Superabrasive“: Diamant und CBN. Obwohl beides Superabrasive sind, unterscheiden sich die geeigneten Materialien klar — hier ist Vorsicht geboten, sie nicht zu verwechseln.

Diamant

Diamant ist die härteste natürlich vorkommende Substanz, wobei das als Schleifkorn verwendete Diamant überwiegend industriell synthetisiert wird. Es wird zum Schleifen und Polieren harter Materialien eingesetzt, an denen konventionelle Schleifmittel (WA/A/C/GC) scheitern, wie Hartmetall, Keramik, Glas und Gestein.

Industriell werden Diamantscheiben zum Schärfen von Hartmetall- und Keramikwerkzeugen eingesetzt. Es gibt aber eine Schwachstelle: Beim schnellen, heißen maschinellen Schleifen von Eisenwerkstoffen (Stahl) reagiert Eisen chemisch mit Diamant (Kohlenstoff), was zu schnellem Verschleiß führt (Graphitisierung) — daher ist Diamant für das schnelle maschinelle Schleifen von Eisen wenig geeignet.

Beim langsamen Handschärfen eines Messers hingegen entsteht wenig Hitze, sodass Graphitisierung kaum ein Problem darstellt — deshalb sind Diamant-Schärfer im Heimgebrauch so verbreitet. Die geringe Verstopfungsanfälligkeit und der kaum nötige Abziehvorgang sind weitere Gründe für ihre Beliebtheit.

DMT DuoSharp beidseitiger Diamantschärfer — Fein/Grob, für den Heimgebrauch

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Diamantsteine ersparen das Einweichen und verstopfen kaum — praktisch, wenn man den Aufwand für das Abziehen reduzieren möchte.

Dieser beidseitige Diamantschärfer kombiniert eine grobe und eine feine Diamantfläche (in etwa die grob/fein-Rolle von #400/#1000 bei konventionellen Steinen — die genaue Mikron-Angabe variiert je nach Modell, aber die grob/fein-Rollenverteilung ist dieselbe), galvanisch auf eine Metallplatte aufgebracht. Diamant ist die härteste natürliche Substanz (auch bei diesem Produkt ist, wie üblich bei Schleifkorn-Anwendungen, industriell synthetisierter Diamant Standard); selbst ein hartes Edelstahlmesser, das auf einem konventionellen Wasserstein wie King oder Shapton lange dauern würde, lässt sich damit relativ schnell schärfen.

Die geringe Verstopfungsanfälligkeit und der kaum nötige Abziehvorgang haben ihn als Heimschärfer beliebt gemacht, aber für das schnelle, heiße maschinelle Schleifen von Stahl mit einem Elektroschleifer ist er wenig geeignet (Gründe dazu im Hinweisabschnitt weiter unten). Er funktioniert bei einem breiten Spektrum an Klingen — Messer, Scheren, Äxte und mehr.


CBN (Kubisches Bornitrid)

CBN ist ein synthetisches Superabrasiv, das an Härte nur von Diamant übertroffen wird. Anders als Diamant reagiert es kaum chemisch mit Eisenwerkstoffen, sodass es auch beim schnellen maschinellen Schleifen zuverlässig für harte Eisenwerkstoffe wie gehärteten Stahl und Schnellarbeitsstahl (HSS) eingesetzt werden kann.

Industriell übernimmt CBN das „hocheffiziente, schnelle maschinelle Schleifen von Eisenwerkstoffen“, an dem Diamant scheitert. Es ist ein Spezial-Schleifmittel, das von professionellen Klingenschärfern und Formenbauern verwendet wird, die häufig HSS-Drehmeißel oder Drechseleisen nachschärfen.

Der Preis ist sehr hoch, und im gewöhnlichen Haushalt, in dem nur Küchenmesser geschärft werden, gibt es kaum einen Einsatzfall. Näheres dazu weiter unten im Abschnitt „Schleifmittel, die man nicht kaufen muss“.

UF-SHARP CBN-Schleifscheibe — 8 Zoll (20,3cm), 80er Körnung

UF-SHARP CBN Schleifscheibe, 200mm, 80 Körnung
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Schon der Preis dieser CBN-Scheibe zeigt: Sie ist klar für Profis und Spezialisten gedacht. Man kann davon ausgehen, dass es im Alltag praktisch keinen Einsatzfall dafür gibt.

Die CBN-Schleifscheibe (kubisches Bornitrid) von UF-SHARP ist eine Ersatzscheibe für einen 8-Zoll-Doppelschleifer. CBN ist ein synthetisches Superabrasiv, das an Härte nur von Diamant übertroffen wird, aber anders als Diamant kaum chemisch mit Eisenwerkstoffen reagiert — daher zuverlässig auch beim schnellen maschinellen Schleifen von harten Eisenwerkstoffen wie gehärtetem Stahl und Schnellarbeitsstahl (HSS) einsetzbar.

Sie ist für Spezialisten gedacht — professionelle Klingenschärfer und Formenbauer, die häufig HSS-Drehmeißel oder Drechseleisen nachschärfen. Bei einem Preis von deutlich über 100€ ist sie schlicht nicht nötig, wenn man zu Hause nur Küchenmesser schärft (Details im Abschnitt „Schleifmittel, die man nicht kaufen muss“).


Kombinieren: Wie man mehrere Schleifkörner sinnvoll einsetzt

Man muss nicht jede Schleifkorn-Art besitzen — es geht darum, je nach Aufgabe zu wechseln. Hier einige praxisnahe Kombinationen.

Ausgeschlagene Messerklinge reparieren: zunächst mit einem groben C-Stein (schwarzes Siliziumkarbid) die Form wiederherstellen, danach mit den gewohnten WA-/Korund-Mittel- und Feinschleifsteinen weitermachen (zur Wahl der Körnung siehe unseren Begleitartikel).

Metallbearbeitung: für das Entgraten von Eisen und Stahl einen A-Ölstein (Braunkorund) verwenden und GC (grünes Siliziumkarbid) nur hinzunehmen, wenn Hartmetallwerkzeuge oder Glas bearbeitet werden müssen — diese Reihenfolge vermeidet unnötige Ausgaben.

Wer sich intensiver mit dem Klingenschärfen befassen will: Für den Heimgebrauch deckt ein einziger Diamantschärfer Grob- und Mittelschliff ab, bei Bedarf ergänzt durch einen Wasserstein zum Feinschliff. CBN ist ein Spezial-Schleifmittel für das schnelle maschinelle Schleifen von Eisenwerkstoffen und hat beim Klingenschärfen zu Hause praktisch keine Rolle.

Pflegezubehör: Die Instandhaltung unterscheidet sich je nach Schleifkorn

Das Abrichten von Wasser- und Ölsteinen (das Ausgleichen einer eingesunkenen Oberfläche) behandeln wir ausführlich in unserem Begleitartikel „Öl- und Wassersteine wählen“ — hier ergänzen wir nur, wie sich Begriff und Vorgehen bei der Pflege je nach Schleifkorn-Material unterscheiden.

Wasser- und Ölsteine mit konventionellem Schleifkorn (WA/A/C/GC) = mit einem Abrichtstein abreiben, um die Oberfläche wieder flach zu machen.

Vitrifizierte (keramisch gebundene) Doppelschleifer-Scheiben = ein Vorgang namens „Abrichten“ (Dressing), durchgeführt mit einem speziellen Werkzeug, dem Diamant-Abrichter. Das ist ein anderer Begriff und ein anderes Werkzeug als das „Abrichten“ beim Wasserstein — merken Sie sich also, dass GC-/WA-Doppelschleifer-Scheiben einen Abrichter benötigen.

Diamantschärfer = galvanisch beschichtete Typen verstopfen kaum und benötigen fast kein Abrichten oder Dressing. Nach Gebrauch reicht ein kurzes Abspülen mit Wasser als Pflege.

Diamant-Abrichtwerkzeug — spezielles Dressing-Werkzeug für Doppelschleifer

Diamant-Abrichtwerkzeug für Doppelschleifer
Mena

Wer vitrifizierte Doppelschleifer-Scheiben wie WA, GC oder A einsetzt, sollte sich gleich einen solchen Abrichter mitanschaffen.

Dieses Diamant-Abrichtwerkzeug ist ein spezielles Dressing-Werkzeug für Doppelschleifer. Seine diamantbesetzte Spitze schneidet die Scheibenoberfläche neu an, stellt die durch Verstopfung verminderte Schleifleistung wieder her und gleicht ungleichmäßigen Verschleiß aus, der sich während der Nutzung bildet.

Wie oben erwähnt, ist das ein anderer Vorgang mit anderem Werkzeug als das „Abrichten“ eines Wasser- oder Ölsteins. Bei WA-/GC-/A-vitrifizierten Scheiben am Doppelschleifer wird der Abrichter leicht gegen die rotierende Scheibe gehalten und schabt so die Oberfläche gerade — dabei unbedingt zuerst den Schleifer ausschalten und eine Schutzbrille tragen.


Schleifmittel, die man nicht kaufen muss: Überdimensioniert für den Heimgebrauch

Wie bei der Körnung verführt auch beim Schleifkorn der Gedanke „mehr ist besser“ — im Heimgebrauch führt das aber leicht zu Überinvestition. Seien wir hier ehrlich.

CBN-Scheiben: Preise von deutlich über 100€ pro Scheibe, gedacht für das spezialisierte schnelle maschinelle Schleifen von Eisenwerkstoffen. Wer zu Hause nur Küchenmesser, Stemmeisen oder Hobelmesser schärft, braucht praktisch nie eine.

GC-Doppelschleifer-Scheiben: unnötig, sofern man nicht Hartmetallwerkzeuge, Glas oder Keramik schleifen will. Für gewöhnliche Stahlklingen reichen A oder WA völlig aus.

Mehrere Schleifkörner derselben Gruppe gleichzeitig besitzen: Man braucht selten beide Mitglieder derselben Gruppe (WA und A aus der Korund-Familie, oder GC und C aus der Siliziumkarbid-Familie). Beginnen Sie mit einer Gruppe passend zu Ihrem Hauptmaterial und ergänzen Sie die andere erst, wenn Sie sie tatsächlich benötigen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

F: Was, wenn ein Schleifstein keine Angabe wie „WA“ oder „GC“ hat?

A: Wenn auf der Verpackung oder Produktseite eine Farbe (weiß, braun, schwarz, grün) angegeben ist, können Sie sich an der Tabelle in diesem Artikel orientieren. Bei günstigen Steinen ganz ohne Materialangabe sollten Sie das Material nicht erraten, sondern lieber eine bewährte Marke wählen, die zum tatsächlichen Werkstück passt (Küchenmesser oder Metallteil).

F: Brauche ich CBN, wenn ich schon einen Diamantstein habe?

A: Für das Handschärfen von Klingen zu Hause reicht ein Diamantstein völlig aus. CBN zeigt seine Stärken beim industriellen, schnellen, heißen maschinellen Schleifen von Eisenwerkstoffen — für den Heimgebrauch kann man es grundsätzlich als unnötig betrachten.

F: Soll ich GC oder C kaufen?

A: Für harte, spröde Materialien wie Hartmetall, Glas oder Keramik wählen Sie GC; für Gusseisen, Nichteisenmetalle (Aluminium, Messing) oder „ich will einfach schnell schleifen“-Aufgaben wie Grobschliff eignet sich C. Bei Unsicherheit ist es eine vernünftige Option, mit dem günstigeren C zu beginnen.

F: Ändert sich die Wahl der Körnung, wenn das Schleifkorn ein anderes Material hat?

A: Nein — die Grundlogik (kleinere „#“-Zahl bedeutet gröber) gilt unabhängig vom Material. Ausführliche Hinweise zur Wahl und Kombination der Körnung finden Sie in unserem Begleitartikel „Öl- und Wassersteine wählen“.

Hinweise zur Verwendung

Bei der Verwendung einer Doppelschleifer-Scheibe (WA, GC usw.) müssen die zulässige Drehzahl des Geräts und die maximale Umfangsgeschwindigkeit der Scheibe immer übereinstimmen. Wird eine nicht passende Scheibe gewaltsam montiert, kann sie bei hoher Drehzahl brechen oder bersten — ein ernstes Sicherheitsrisiko. Prüfen Sie daher vor dem Kauf unbedingt die kompatible Drehzahl und die Angabe zur Umfangsgeschwindigkeit.

Diamantsteine sind zwar stark bei harten Materialien, verschleißen aber schnell, wenn man mit ihnen Eisenwerkstoffe schnell und heiß maschinell schleift. Beim langsamen Handschärfen (z. B. beim Nachschärfen eines Küchenmessers) ist das kein Problem, aber beachten Sie, dass Diamantscheiben für das maschinelle Schleifen von Stahl mit Elektrowerkzeugen wenig geeignet sind.

CBN-Scheiben sind teuer, daher empfehlen wir, den tatsächlichen Bedarf vor dem Kauf genau zu klären. Wer nur nach dem Gefühl „scheint gut zu sein“ auswählt, landet im Heimgebrauch leicht bei einer überdimensionierten Lösung.

Mena

Bei der Wahl eines Schleifsteins zählt nicht nur die Körnung — wer auch auf das Schleifkorn (Material) achtet, macht weniger Fehler. Prüfen Sie zunächst, aus welchem Material Ihre Klinge oder Ihr Teil besteht, und wählen Sie dann das passende Schleifkorn.

Zusammenfassung

Der „Typ“ eines Schleifsteins hat zwei Achsen — Körnung (Grobheit) und Schleifkorn (Material) — und der Unterschied im Schleifkorn hat großen Einfluss darauf, für welche Materialien er geeignet ist. WA eignet sich für gehärteten Stahl und Edelstahl, GC für Hartmetall und Glas, C für Gusseisen und Nichteisenmetalle, A für allgemeinen Stahl, Diamant für das Handschärfen zu Hause und CBN für das schnelle maschinelle Schleifen von Eisenwerkstoffen.

Konkrete Hinweise zur Wahl und Kombination der Körnung finden Sie ausführlich in unserem Begleitartikel „Öl- und Wassersteine wählen“. Kombinieren Sie das mit dem hier vermittelten Wissen über Schleifkorn, um den passenden Stein für Ihre Klinge oder Ihr Teil zu finden.

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